Prüfverfahren

Um die besonderen Schutzeigenschaften des -Sicherheitsmantels nachzuweisen und, weil es keine entsprechenden Mantel-Prüfverfahren für Kabel gibt, wurde auf die speziellen Prüfverfahren der Rohrleitungshersteller zurückgegriffen. Da im Rohrleitungsbau schon seit Jahren grabenlose Verlegeverfahren und grabengebundene Verlegeverfahren mit Korngrößen bis zu 63 mm ohne Sandbettung üblich sind, wurde für die Prüfung des -Sicherheitsmantels auf die hier in der Praxis erprobten Prüfverfahren zurückgegriffen.

Diese Prüfungen werden nach Arbeitsblatt A 14.6.26/10 "Druckrohre aus PE-HD mit werkseitig aufextrudiertem Schutzmantel", Entwurf September 1996 des Kunststoffrohrverbandes e.V., Bonn durchgeführt.
 


Die Ritzprüfung

Widerstandsfähigkeit gegen Ritzbelastung
Bei dem Prüfverfahren "Widerstandsfähigkeit gegen Ritzung" - der sog. Ritzprüfung - wird die Widerstandsfähigkeit gegen Ritzung durch Ermittlung der Eindringtiefe einer Klinge unter definierten Bedingungen ermittelt.
 

Versuchsaufbauten Ritzprüfung

 
Ein Kabelabschnitt von 1 Meter Länge wird in eine geeignete Aufnahmevorrichtung eingeschoben und axial fixiert.
 
Der Führungsschlitten, der die gewichtsbelastete Schneide aufnimmt, wird mit Hilfe von vier seitlichen und einer an der Oberseite befindlichen justierbaren Führungskugel dem zu prüfenden Außendurchmesser mit einem Spiel von rd. 1 mm angepasst. Die Ankopplung des Führungsschlittens an die Abzugtraverse der Prüfmaschine erfolgt über eine Umlenkrolle mittels Federdraht. Die Eindringtiefe der Schneide wird mit einer Messuhr mit einer Anzeigegenauigkeit von 1/100 mm bestimmt. Eine Abnutzung der Schneide kann aufgrund der guten Reproduzierbarkeit der Ergebnisse der Ritztiefe vor und nach Ende der Versuche ausgeschlossen werden.
 
Prüfparameter der Ritzprüfung:
    Gewichtsbelastung der Schneide
    resultierend aus Führungsschlitten
    und Zusatzgewicht:
    3,125 kg
    Ritzgeschwindigkeit:100 mm/min
    Normklima:23/50-2 DIN 50 014
    Konditionierung im Normklima:48 h
    Prüfumfang:6 Ritzungen á rd. 500 mm Länge,
    gleichmäßig über den Kabelumfang verteilt

 

Die Schmirgelprüfung

Widerstandsfähigkeit gegen Abriebbelastung
Bei dem Prüfverfahren "Bestimmung des Abriebs des Außenmantels" - der sog. Schmirgelprüfung - wird die Widerstandsfähigkeit des Außenmantels durch Ermittlung der Abriebmengen der Manteloberflächen bei definierten Drücken und Korngrößen nach einer bestimmtem Anzahl Schmirgelungen bestimmt.
 

Versuchsaufbauten Schmirgelprüfung

 
Bei der Schmirgelprüfung wird das Probenmaterial bis zum Versuchsbeginn, jedoch mindestens 5 Tage, bei Normklima 23/50-2 DIN 50 014 gelagert. Aus dem Probenmaterial werden die Probekörper, Abschnitte des Kabelmantels von 100 mm Länge entnommen und jeweils gewogen. Jeweils drei Proben einer Variante werden gleichzeitig einer Abriebprüfung unterzogen.
 
In einem geführten, in der Senkrechten bewegbaren Rahmen, der Antrieb befindet sich oben, sind die Probekörper verdrehsicher eingespannt. Der Antrieb besteht aus einem Elektromotor und einem Kurbeltrieb mit verstellbarem Excenter wodurch die Wegamplitude des Rahmens mit den Proben verändert werden kann. Auf einer drehbaren Schwinge ist auf einer auswechselbaren Holzleiste das Schmirgelleinen aufgeklebt. Im Versuch wird das Schmirgelleinen jeder Schwinge mit einer bestimmten Anpresskraft auf den jeweiligen Probekörper gedrückt. Die Anpresskraft wird jeweils über einen geführten Druckstempel einen Seilzug mit Umlenkung und daran gehängten Gewichten erzeugt. Vor Versuchsbeginn wurde für jede Belastungsvariante die tatsächliche Druckkraft am probeseitigen Ende des Druckstempels mit Hilfe eines Kraftmessbügels überprüft und auf den Sollwert eingestellt. Im Versuch tritt diese Nennpresskraft dann auf, wenn sich die Proben während der Bewegungszyklen jeweils in der Mittellage befinden. Der Abstand des Schwingendrehpunktes zur Mitte des jeweiligen Andruckstempels und bis zur Mitte der Holzleiste mit der Schmirgelfläche oder auch bis zur Probenmitte, wenn sich die Probe in der Mittellage befindet, betrug 310 mm. Die Breite der Schmirgelfläche betrug jeweils 30 mm.
 
Für jede Variante wurden vier Versuchsreihen mit unterschiedlichen Körnungen des Schmirgelleinens und unterschiedlichen Anpresskräften ausgeführt:
    Prüfkombination 1:Anpresskraft 20 NKörnung   40
    Prüfkombination 2:Anpresskraft 20 NKörnung 120
    Prüfkombination 3:Anpresskraft 40 NKörnung   40
    Prüfkombination 4:Anpresskraft 40 NKörnung 120
Bei allen Versuchen betrug die Prüffrequenz 2 Hz, mit einer Wegamplitude von 20,83 mm. Dies entspricht einem Reibeweg von 83,3 mm pro Reibezyklus. Der Gesamtreibweg nach 14.400 Zyklen war somit 1.200 m. Alle 3.000 Zyklen wurden die Proben ausgebaut und der Gewichtsverlust durch Wiegen der Proben ermittelt. Bei jedem Wiedereinbau der Proben wurde auch das Schmirgelleinen gewechselt. Im Versuch wurden die Reibflächen alle 500 Zyklen mit Pressluft freigeblasen.
 

 
Homepage Seitenanfang Seite drucken